Der Saft kommt nicht aus der Tüte

14. Kelterfest des Obst- und Gartenbauvereins/Delegation aus Russland/Apfel- und Kürbissekt

Wolfgang Schneider (li.) und Horst Bodenheimer bereiten das Keltern vor.

Der Saft kommt nicht aus der Tüte, sondern aus dem Apfel: Was auch für Landkinder heute nicht mehr selbstverständlich ist, konnte der Nachwuchs am Sonntag in Strinz wieder mit eigenen Augen erleben. Das alljährliche Schaukeltern vor der Aubachhalle fand auch beim 14. Kelterfest des Obst- und Gartenbauvereins regen Zuspruch. Einer der Gründe war das sonnige Frühherbstwetter.

"Das ist unsere Kelter für sonntags", erklärte Christian Rzeznik, erster Vorsitzender des rührigen Vereins. Denn das Schaumodell aus dem Jahre 1901 wäre der großen Menge an Obst, dass alljährlich in Strinz verarbeitet wird, gar nicht mehr gewachsen. Das normale Tagesgeschäft im Kelterhaus bestreiten die rund 350 Mitglieder folglich mit einer hochmodernen Hydraulikkelter, die eigens dieses Jahr neu angeschafft wurde. Sie schaffe bis zu acht Zentner Obst pro Stunde, erläuterte Rzeznik. Ziel sei es, das Streuobst von den heimischen Wiesen einer sinnvollen Verwertung zuzuführen. Bis Anfang November haben die Vereinsaktiven somit alle Hände voll zu tun. Gekeltert wird nur das eigene Obst der Vereinsmitglieder.

Der Geruch von frischem Apfelmost mischte sich mit dem der schon traditionellen Kartoffelpuffer. Deren Teig stammte ausschließlich von Strinzer Kartoffeln, die mehrere Landwirte aus dem Dorf zur Verfügung gestellt hatten. Natürlich waren auch einheimischer Apfelwein und scharfe Obstbrände aus der Kettenbacher Brennerei Höhler zu haben. Eine Sektbar kredenzte gar Apfel- und Kürbissekt.

Für die Kinder hatte sich die Jugendfeuerwehr ins Zeug gelegt und veranstaltete ein Zielspritzen. Dazu wurde Basteln mit Kressesamen angeboten. Zur Unterhaltung hatte man auch eine Schätzfrage vorbereitet. Dabei musste geschätzt werden, wie viele Quitten sich in einem großen Glas befinden. Als Hauptpreis winkte eine Fahrt mit dem Schwälbchen-Ballon über den Untertaunus, die Gunther Andree kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

In der Halle war wie bereits seit Anbeginn des Festes das Imker-Ehepaar Brandt zu Gast. Neben allerlei selbst hergestellten Produkten rund um die Imkerei hatten die Brandts einen Bienen-Schaukasten mitgebracht, in dem man nach einigem Suchen sogar die Bienenkönigin hinter einer Glasscheibe ausfindig machen konnte. Daneben hatte wieder Sabine Woticky aus Wiesbaden-Kohlheck ihren Stand mit allerlei Pflanzen aus ihrem Schaugarten. Draußen bot Wolfgang Pehl aus Ransbach-Baumbach echtes Westerwälder Steinzeug feil. An einer Töpferscheibe konnte der Nachwuchs beim Kindertöpfern mit Ton experimentieren.

Neben gut 500 Einheimischen begrüßten die Gartenbaufreunde dieses Jahr auch eine Delegation mit Politikern und Ingenieuren aus der russischen Stadt Yaroslavl. Seit fast 20 Jahren unterhält das Land Hessen eine Kooperation mit der russischen Region.

Um den heimischen Bestand an Streuobst weiter auszubauen, nahm der Obst- und Gartenbauverein am Sonntag auch wieder Sammelbestellungen für Obstbäume entgegen. Daran können sich auch Nicht-Vereinsmitglieder beteiligen. Wer Interesse daran hat, findet Informationen zur Bestellung auf der vereinseigenen Internetseite www.og-strinz.de.

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